Hilfe für ukrainische Künstler:innen

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport setzte gemeinsam mit Akteur:innen der Zivilgesellschaft und der Kunst- und Kulturszene einen Akt der Solidarität mit Künstler:innen aus der Ukraine. Das Kulturressort stellt Sonderfördermittel für Arbeitsstipendien und Projektförderungen für ukrainische Künstler:innen zur Verfügung.
Ein Koordinationsbüro – das Office Ukraine. Support for Ukrainian Artists – für ukrainische Kulturschaffende wurde eingerichtet. Es dient als Plattform für die Koordinierung vielfältiger Zivilgesellschaften und institutionellen Initiativen und tritt als Verbindungsstelle zwischen den Institutionen in Österreich und Kulturschaffenden aus der Ukraine auf.
Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. "Die ukrainische Bevölkerung erfährt aktuell eine in Europa schon lange nicht mehr dagewesene militärische Aggression – einen massiven Bruch des Völkerrechts gegenüber einem souveränen Staat.
Mit den Ukrainerinnen und Ukrainern verbindet uns mehr als eine räumliche Nähe. Wir teilen demokratische Grundwerte, von der persönlichen Freiheit und der Meinungsäußerungsfreiheit bis zur Freiheit der Kunst. Es ist daher eine Auseinandersetzung zwischen einem autoritären Regime und einer demokratischen Gesellschaft. Die Leidtragenden sind in diesen schwierigen Tagen die Menschen in der Ukraine, gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, der Angriff gilt auch uns.
Die freie Ausübung von Kunst und Kultur ist nicht nur Indikator und Impulsgeber, sondern geradezu Essenz demokratischer Gesellschaften. Daher unterstützen wir in dieser Phase unter anderem flüchtende Künstlerinnen und Künstler, die in Zeiten des Kriegs besonders vulnerabel sind, und ermöglichen somit, dass sie in Österreich in Sicherheit leben und arbeiten können. Es ist unsere Verantwortung, die Solidarität mit der Ukraine auf allen Ebenen mit Leben zu erfüllen."
Office Ukraine. Support for Ukrainian Artists
Das Office Ukraine. Support for Ukrainian Artists hat seine zentrale Anlaufstelle im Museumsquartier in Wien (Verein tranzit); mit Verbindungsbüros in den Bundesländern, insbesondere in Graz (< rotor >) und Innsbruck (Künstlerhaus Büchsenhausen) – wobei sich das Künstlerhaus Büchsenhausen in Innsbruck ab 2025 darauf konzentriert, Residenzprogramme durchzuführen und ʼCapacity Buildingʼ zu betreiben, um Kooperationen zwischen ukrainischen Künstler:innen und lokalen Institutionen im Westen Österreichs zu fördern.
Seit dem 4.3.2022, steht das Office hilfesuchenden Personen aus dem kulturellen Umfeld der Ukraine sowohl online als auch vor Ort als Vermittlungs- oder Koordinationsstelle zur Verfügung. Kulturschaffende aus der Ukraine und Institutionen, Personen und Initiativen aus Österreich, die diese in Krisensituationen unterstützen wollen, werden auf dieser Plattform miteinander verbunden.
Das Office Ukraine. Support for Ukrainian Artists wendet sich einerseits an alle österreichischen Personen und Institutionen, die Arbeits-, Unterkunfts- und Projektmöglichkeiten für ukrainische Kulturschaffende zur Verfügung stellen wollen und vermittelt diese. Andererseits wird die österreichische Kunst- und Kulturlandschaft eingeladen, ukrainische Kunst- und Kulturschaffende bei der Vergabe von Ausstellungsbeteiligungen, Werk-, Text-, Konzertaufträgen, Einladungen zu geladenen Wettbewerben etc. verstärkt einzubinden. Alle Personen, Initiativen und Institutionen, die in dieser Kriegssituation ihre Solidarität mit ukrainischen Künstler:innen und dem künstlerischen Feld zum Ausdrucken bringen wollen, sind eingeladen, sich bei dieser Plattform zu engagieren. Das BMKÖS unterstützt die Initiative maßgeblich finanziell und organisatorisch.
Von 2022 – 2024 richtete das BMKÖS darüber hinaus die "Sonderförderung Ukrainehilfe" ein.
Mit dieser Sonderförderung wurden geflüchtete ukrainische Künstler:innen rasch und gezielt unterstützt, indem Arbeitsstipendien als auch Projektförderungen vergeben wurden. Ziel war es, den Künstler:innen ein sicheres Arbeiten und Leben in Österreich zu ermöglichen. Damit wurde insbesondere auch ein Rahmen für Vernetzung und Austausch mit der Kunst- und Kulturszene in Österreich geschaffen. Insgesamt wurden mehr als 250 Projektförderungen und Stipendien mit einer Fördersumme von rund EUR 1,12 Mio. vergeben.
Die Abwicklung erfolgte durch die Fachabteilung des BMKÖS. Zusätzlich wurde eine eigene Kontaktstelle im BMKÖS eingerichtet, um Anfragen gezielt bearbeiten zu können.
Kontaktstelle BMKÖS
E-Mail: ukrainehilfe@bmkoes.gv.at
Office Ukraine. Support for Ukrainian Artists
E-Mail: office@artistshelp-ukraine.at
Website des Office Ukrain
Historisches Ereignis für die bilaterale Zusammenarbeit mit der Ukraine
Nach einem intensiven zweitägigen Austausch wurde am 15. Jänner 2025 in Wien das erste Arbeitsprogramm in den Bereichen Kunst und Kultur, Bildung und Wissenschaft mit der Ukraine unterzeichnet. Das Arbeitsprogramm, das für die Jahre 2025 – 2030 gilt, basiert auf einem Kulturabkommen von 2019 und ebnet den Weg für konkrete Schritte der zukünftigen Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen. An der Ausarbeitung des Programms nahmen von österreichischer Seite das BMKÖS, das BMBWF sowie das BMEIA teil. Am selben Tag fand auch ein Treffen zwischen Kulturminister Werner Kogler und der ukrainischen Vize-Kulturministerin Grygorenko statt, bei dem ein "Letter of Intent" mit konkreten Maßnahmen der Zusammenarbeit der beiden Länder in Kulturangelegenheiten unterzeichnet wurde.